The Motorcycle Gathering 2026. Wenn der Winter nach Benzin riecht


Manchmal sind es genau die Abende mitten im Winter, die einem wieder zeigen, warum man Teil dieser Szene ist. Am 24.01. ging’s für uns nach Kiel in die Räucherei zum „Motorcycle Gathering“.
Ein Event, das bewusst in der Off-Season stattfindet. Kein großes Sommertreffen, keine Ausfahrt bei Sonnenschein, sondern ein Zusammenkommen, wenn die Bikes eigentlich in der Garage stehen und die Saison noch in weiter Ferne liegt.
Und genau das war auch die Idee dahinter. Die vier Veranstalter, Lenny und Matze von Rabauke , Harm von Kiel und Lars aka “Don Johnsen“, hatten vor ein paar Monaten den Gedanken, die Szene auch im Winter zusammenzubringen.
Alte Gesichter wiedersehen, neue Leute kennenlernen, Geschichten austauschen und gemeinsam schon mal Vorfreude auf die kommende Saison sammeln. Keine riesige Show, kein überladenes Programm, sondern einfach ein ehrliches Treffen von Leuten, die das gleiche Blut in den Adern haben.

Los ging das Ganze aber eigentlich schon einen Tag vorher. Am Freitag traf sich ein Teil der Leute bereits zu einer kleinen Pre-Party in einer Kneipe. Nichts Großes, nichts Geplantes, einfach ein lockeres Zusammenkommen. Ein paar Bier, erste Gespräche, bekannte Gesichter und dieses typische Gefühl, langsam wieder reinzukommen.

Der Samstag selbst startete dann schon am Nachmittag in der Räucherei. Kein klassischer Partybeginn am Abend, sondern ein entspannter Ablauf über den ganzen Tag verteilt. Die Leute kamen nach und nach rein, blieben, gingen, kamen wieder. Alles ganz locker. Und genau das hat dem Ganzen einen richtig angenehmen Charakter gegeben. Kein Stress, kein Gedränge, einfach Zeit, sich umzuschauen und in Ruhe zu quatschen.

Die Location ? Wie dafür gemacht

Die Location selbst hat perfekt zum Event gepasst. Die alte Räucherei mit ihrem rauen Industrie-Charme, einer schönen Bühne im unteren Bereich und den breiten, großen Stufen, die hoch in die erste Etage führen.
Oben angekommen hatte man fast so etwas wie eine Galerie, von der man runter auf das Geschehen schauen konnte. Links gab es eine Art Balkonbereich, wo man entspannt sitzen, essen und in Ruhe Gespräche führen konnte, mit bestem Blick auf die Leute und Bikes unten.
Die Maschinen standen gut verteilt in der Location. So dass man sich frei bewegen konnte, ohne ständig aufpassen zu müssen, irgendwo gegenzutreten. Auch auf den Stufen zur Galerie und oben selbst standen Bikes . Egal, wo man sich befand, es gab immer etwas zu entdecken. Das Ganze wirkte nicht überladen, sondern stimmig und durchdacht.

Rund 200 Leute waren über den Tag verteilt am Start. Das Publikum kam aus ganz Deutschland, wobei der Schwerpunkt klar aus dem nördlichen Bereich kam. Viele bekannte Gesichter, die man sonst nur im Sommer auf Runs und Treffen sieht, standen plötzlich wieder vor einem. Gespräche wurden einfach dort weitergeführt, wo sie Monate zuvor aufgehört hatten.

Ein besonderes Highlight war die Videopräsentation von Lenny von Rabauke Custom. Neben neuen und älteren Projekten stellt er vor allem die Menschen aus der Szene auf seine ganz eigene Art in den Mittelpunkt. Viele sind stehen geblieben, haben sich das Ganze in Ruhe angeschaut und einfach mal für einen Moment das Treiben um sich herum vergessen.

Auch Carsten Estermann war vor Ort, vielen bekannt als Graveur aus der Szene. Er hatte einige seiner Schmuckstücke dabei und stand für Fragen, Gespräche und Austausch bereit. Man hat gemerkt, wie viele sich dafür interessiert haben und wie viel Handwerk und Leidenschaft hinter solchen Arbeiten steckt.

Für jeden was dabei

Für die musikalische Untermalung sorgte zunächst Last Bolt Ceremony. Und auch da gab es eine kleine Geschichte, die wieder einmal zeigt, wie solche Abende eben laufen. Die Band kam nämlich stark verspätet an, weil ihr Bus auf dem Weg nach Kiel eine Panne hatte. Über Umwege, mit Hilfe vom ADAC und einem Ersatzbus, haben sie es dann doch noch geschafft und als sie schließlich auf der Bühne standen, haben sie trotzdem abgeliefert.
Später am Abend übernahmen Sign with Soul – Franky & DJ Pantha Falke – Fanski und sorgten dafür, dass die Stimmung nochmal in eine andere Richtung ging.Gespräche, Musik, Bier und irgendwann verschwamm alles zu diesem typischen Eventgefühl, das man schwer beschreiben kann, wenn man nicht selbst dabei war.


Was ebenfalls positiv aufgefallen ist: Der Empfang am Eingang war durchweg herzlich. Man kam rein und fühlte sich direkt willkommen. Dazu kamen wirklich faire Preise, egal ob Getränke oder Essen.
Kein übertriebenes Abzocken, sondern alles im Rahmen und absolut passend.

Und genau das macht so ein Event am Ende aus. Die Mischung aus Location, Leuten, Bikes, Musik und diesem ehrlichen, offenen Umgang miteinander. Man merkt schnell, wie sehr einem das Ganze gefehlt hat. Man kommt wieder rein in die Szene, tauscht Pläne für den Sommer aus und geht am Ende mit einem richtig guten Gefühl nach Hause.
Das „Motorcycle Gathering“ in Kiel war keine klassische Party. Es war ein Treffen. Ein Wiedersehen. Ein warmer Moment mitten im Winter. Und genau deshalb hat es funktioniert.
Bleibt zu hoffen, dass dieses Event nicht einmalig bleibt, sondern sich fest etabliert. Denn solche Abende braucht die Szene. Gerade dann, wenn die Saison noch weit weg scheint.

FotoCredit : Rabauke Customs “Lenny“

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